Dystopie im Namen einer Utopie?

Wachsen, wachsen, wachsen, so das Credo von Wirtschaft und Politik. 2% mindestens, besser 5%, Ziel 10%? Das ist gleichbe-deutend mit einer Verdoppelung der Wirtschaftsleistung in 33 Jahren, 15 Jahren oder schon in rund 7 Jahren bei 10% Wachstum. Aber damit erhöhen sich auch die negativen Begleiterscheinungen in diesen kurzen Zeiträumen, wie beispielsweise Umweltverschmutzung, Energieverschwendung, Raumbedarf, Naturzerstörung.

 

Die Natur kennt exponentielles Wachstum nur in begrenzten Zeitabschnitten oder in Ausnahmefällen, wenn sich zum Beispiel Viren ungebremst vermehren. Sie zerstören aber dabei den Wirtskörper, in dem sie wachsen. Und wenn nicht alles täuscht und wir diese Erkenntnis nicht unmittelbar und ohne 'Wenn' und 'Aber' in all umserem Wirken umsetzen, so zerstören wir gerade den Wirt, von dem usere Existenz abhängt.

 

In all unserem Wirken: in der Wirtschaft, in der Politik, im Schutz der Natur, im privaten Konsum. Überall und gleichzeitig. Auch wenn das heißt: Verzicht. Das ist unbequem, sicher.  Aber die Bequemlichkeit hat mittlerweile einen Preis, den wir nicht mehr bezahlen können.

 

Die Utopie ist der schnellere, bequemere und umweltschonendere Transport durch eine Stadt-Umland-Bahn. Gegründet auf der Hoffnung, dass diese Bahn in größerem Umfang dazu beitragen wird, den Verkehr zu entzerren und das Klima zu schonen. Kosten: einige hundert Millionen Euro. Das sind aber lediglich die Kosten für  Material und Arbeit. Die Kosten für den Verbrauch und die Zerstörung der Umwelt sind nicht eingerechnet.

 

Die Dystopie ist: Beschleunigung der Klimakrise während der Bauzeit von rund 3 Jahren durch vermehrten CO2-Ausstoß, Flächenverbrauch in einem Naturschutzgebiet, Artendezimierung durch Vertreibung streng geschützter Tierpopulationen,

Zerstörung des Erscheinungsbildes im Naherholungsgebiet.

 

Hören wir auf, diese Kosten zu ignorieren, ab sofort!              Es gibt kein richtiges Leben im falschen!